Rettet den Ausbau der Erneu­er­baren in der Gemeinde Schaaf­heim und im Landkreis Darmstadt-Dieburg!

24.05.2026

Beschluss der Mitglie­der­ver­samm­lung – GRÜNE Schaafheim

Der Boom der Erneu­er­baren ist eine Erfolgs­ge­schichte. Wir bedanken uns bei allen Menschen und Unter­nehmen in unserer Region, die in Wind- und Solar­energie, Biogas und Speicher inves­tieren. In unserer Region entstehen so Arbeits­plätze und regionale Wert­schöp­fung. Teure und geopo­li­tisch zunehmend unsichere Importe von fossilem Gas und Öl werden so zum Nutzen unserer regio­nalen Wirt­schaft vermieden. Steu­er­ein­nahmen fließen an unsere Kommunen. Und vor allem bekommen wir in der Region den Zugang zu günstigem Strom, unab­hängig von den extrem schwan­kenden Preisen am Weltmarkt.

Das Erneu­er­bare-Energien-Gesetz (EEG) ist dabei der entschei­dende Garant für Planungs- und Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit für alle Unter­nehmen und Privat­haus­halte. Doch diese Erfolgs­ge­schichte ist nun in Gefahr. Die schwarz-rote Bundes­re­gie­rung plant eine ganze Serie von Gesetzen, die den Ausbau der Erneu­er­baren auch bei uns ausbremsen werden. Solar­an­lagen auf Dächern sollen keine Einspei­se­ver­gü­tung mehr erhalten und werden so, von Kleinst­an­lagen mit geringer Spit­zen­leis­tung (z.B. Balkon­kraft­werke) abgesehen, unwirt­schaft­lich. Denn einen attrak­tiven alter­na­tiven Weg zur Vermark­tung des Stroms gibt es für kleinere Solar­an­lagen nicht. Die Dächer bei uns in Mosbach, Radheim, Schlier­bach und Schaaf­heim drohen in Zukunft leer zu bleiben. Das schadet dem Handwerk hier vor Ort, das in der Ener­gie­wende und bei der Instal­la­tion von Solar­mo­dulen ein neues Standbein aufgebaut hat. Zudem soll bei Inves­ti­tionen in neue Wind- und Solar­parks keine Garantie zur Abnahme des Stroms mehr bestehen. Damit werden solche wichtigen Projekte in ein unkal­ku­lier­bares Risiko gestürzt. Auch der geplante inter­kom­mu­nale Windpark Bachgau, den wir gemeinsam mit Groß­ost­heim und Mömlingen entwi­ckeln, könnte davon betroffen sein. Die geplanten Ände­rungen am Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz verändern die Grund­lagen der kommu­nalen Wärme- und Klima­pläne, in die vieler­orts bereits viel Wissen und Geld für Doku­men­ta­tion, Auswer­tung, Konzep­tio­nie­rung und Planung geflossen sind. Das kann unsere Wärme- und Klima­pla­nung im Landkreis Darmstadt-Dieburg und Schaaf­heim grundlos verzögern.

Die aktuelle geopo­li­ti­sche Lage seit Beginn des Iran-Krieges führt uns wieder klar vor Augen: Die Ener­gie­wende ist weit mehr als nur eine ökolo­gi­sche Aufgabe. Sie ist Voraus­set­zung für lokale Sicher­heit, für Ener­gie­sou­ve­rä­nität in unserer Region, schützt den Geld­beutel der Menschen. Gerade in Zeiten inter­na­tio­naler Krisen zeigt sich, wie wichtig Ener­gie­sou­ve­rä­nität und Unab­hän­gig­keit von fossilen Energien sind.

Mit einem hohen Anteil von über 55 Prozent erneu­er­barem Strom am Brut­to­strom­ver­brauch gehen wir in Deutsch­land mit großen Schritten auf eine 100 Prozent erneu­er­bare Strom­ver­sor­gung zu. Damit kommen aber erst rund 24 Prozent unseres gesamten Ener­gie­ver­brauchs (Strom + Wärme + Verkehr + Industrie) aus den Erneu­er­baren. 76 Prozent der Chancen der Ener­gie­wende liegen damit noch vor uns. An diesen Chancen wollen wir in der Gemeinde Schaaf­heim weiterhin teilhaben! Massive und schlag­ar­tige Verschlech­te­rungen der poli­ti­schen Rahmen­be­din­gungen, wie sie Wirt­schafts­mi­nis­terin Katherina Reiche für die Bundes­re­gie­rung aus CDU, CSU und SPD plant, werden auch unsere Kommune erheblich treffen.

Bereits 2025 ist der Zubau privater Dach-Solar­an­lagen (bis 30 Kilowatt) um rund 25 Prozent zurück­ge­gangen. Die geplante EEG-Novelle würde diesen Nega­tiv­trend verschärfen. Damit drohen die Ausbau­ziele für die Solar­energie in den nächsten Jahren insgesamt verfehlt zu werden. Dabei wurden die Klima­ziele in den letzten Jahren überhaupt nur deshalb mit Ach und Krach einge­halten, weil der Ausbau der erneu­er­baren Energien wie von Solar­energie, Windkraft und natur­ver­träg­li­cher Bioen­ergie die sich schlep­pende Wärme- und Verkehrs­wende ausge­gli­chen hat.

Für unsere Städte und Gemeinden in Hessen steht viel auf dem Spiel. Noch 2025 entfiel der Zubau der Solar­energie etwa jeweils zur Hälfte auf Gebäude- und PV-Frei­flä­chen­an­lagen. Nun droht die Politik von Katherina Reiche die Unter­nehmen, Stadt­werke, Bürger­en­er­gie­ge­nos­sen­schaften und private Gebäu­de­ei­gen­tümer mit ihren geplanten Solar­in­ves­ti­tionen auf ein Abstell­gleis zu führen. Wenn die Planungs- und Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit schwindet, verfehlen wir als Gesell­schaft nicht nur die Klima­schutz­ziele, sondern gefährden auch Arbeits­plätze und Wert­schöp­fung hier vor Ort. Betroffen sind Hand­werks­be­triebe und Instal­la­teure, Ener­gie­be­ra­tungen und Planungs­büros ebenso wie Unter­nehmen, die Speicher, Wärme­pumpen, Elek­tro­technik und PV-Kompo­nenten herstellen, vertreiben oder warten. Die schwarz-rote Politik der Bundes­re­gie­rung schadet damit direkt unserer regio­nalen Wirtschaft.

Wir GRÜNE wollen dafür sorgen, dass die Ener­gie­wende ein demo­kra­ti­sches Mitmach-Projekt bleibt und unsere Ener­gie­ver­sor­gung nicht zu einem reinen Spielfeld für Konzerne und wenige Groß­in­ves­toren und zum Nachteil der „kleinen Leute“ wird. Daher werden wir uns als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Schaaf­heim in der Gemein­de­ver­tre­tung für einen beschleu­nigten Ausbau der Erneu­er­baren Energien und die kommunale Wärme­wende einsetzen. Denn das nützt allen Bürge­rinnen und Bürgern, unserer Gemeinde sowie Umwelt und Klima.

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