Was ist Kommunalpolitik? Und was muss geschehen, damit sie wieder mehr Platz in unseren Köpfen einnimmt?
Die erste Reaktion auf den Begriff „Politik“ ist meist ein Stirnrunzeln oder Augenverdrehen. Politische Arbeit ist oft nicht greifbar und gefühlt weit weg von der Lebensrealität vieler Menschen. Etwas anders verhält es sich bei Kommunalpolitik: Hier versuchen Menschen aus unserem direkten Umfeld, bestmögliche Entscheidungen zum Wohle der Einwohner:innen einer Gemeinde zu treffen. Unsere Gemeindevertretung ist das oberste Organ der Gemeinde Schaafheim; sie berät und beschließt über Gemeindeangelegenheiten. Die 31 Vertreterinnen und Vertreter, die Sie kürzlich gewählt haben, kamen diese Woche zum ersten Mal in neuer Zusammensetzung im Sitzungssaal der Kulturhalle zusammen.
In den Wochen nach der Wahl wurden bereits Gespräche zwischen den einzelnen Fraktionen geführt, der gegenseitige Umgang besprochen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgelotet. Denn trotz der großen Unterschiede auf Bundesebene sind die Ziele der Parteien auf kommunaler Ebene in vielen Punkten ähnlich. Die Handlungsspielräume sind eng, und es ist unausweichlich, die kreativen Ideen aller Beteiligten in der Gemeindevertretung zu berücksichtigen.
Ohne öffentliche Beteiligung kann Kommunalpolitik aber nicht funktionieren. Und genau hier sehen wir Verbesserungspotenzial. Die Einwohnerfragestunde, die in der letzten Legislatur ausprobiert wurde, ist ein gutes Mittel, um der Gemeindevertretung Denkanstöße zu geben und Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. Für uns Grüne stellt sich die Frage, wie man sie so gestalten könnte, dass sich mehr Menschen daran beteiligen wollen. Und darüber hinaus: Wie kann Kommunalpolitik so interessant werden, dass man sich am Gartenzaun, beim Bäcker und am Stammtisch ausgiebig damit befassen möchte – und gern auch an den öffentlichen Sitzungen der Gemeindevertretung teilnimmt? Ein erster Schritt ist die Wiedereinführung der Einwohnerfragestunde. Dafür setzen wir uns ein. Wir sind außerdem der Meinung, dass man am Konzept durchaus noch feilen kann, sodass in den nächsten Jahren eine niederschwellige Beteiligungsmöglichkeit für alle entsteht, die gern angenommen wird.
Apropos Beteiligungsmöglichkeit
Wie Sie wissen, bieten wir an jedem ersten Donnerstag im Monat eine Beteiligungsmöglichkeit an: unseren „Treffpunkt: Austausch!“, auf den wir sehr stolz sind. Jeden Monat besuchen uns Menschen, die einfach nur zuhören, Fragen mitbringen oder Vorschläge machen möchten, die unsere Fraktion mit in die Gemeindevertretung nehmen kann. Wir sprechen auch über Themen abseits der Tagespolitik: Umweltverschmutzung, digitale Unabhängigkeit oder eben Selbstwirksamkeit.
Sie fragen sich, was es mit der Selbstwirksamkeit auf sich hat? Selbstwirksamkeit beschreibt den eigenen Glauben daran, dass man etwas aus eigener Kraft schaffen kann. In Zeiten gefühlt zunehmender Hilflosigkeit angesichts weltpolitischer Einflüsse, entsteht in uns allen das Bedürfnis, etwas gegen dieses Ausgeliefertsein zu tun. Dazu kommt das Gefühl, ganz allein mit all den Krisen klarkommen zu müssen. Hier setzen wir mit unserem Treffpunkt ganz bewusst etwas dagegen. Der Austausch mit unseren Mitmenschen hilft uns zu erkennen, dass wir alle in einem Boot sitzen und ähnliche Gedanken und Gefühle in uns tragen. Wir diskutieren Ideen, wie wir gemeinsam, im Kleinen, etwas bewirken können, um Freunde, Bekannte und Nachbarn zu motivieren, sich ebenfalls zu beteiligen. Eben selbstwirksam zu sein und nicht ausgeliefert. Diese Selbstwirksamkeit motiviert uns jeden Tag aufs Neue weiterzumachen. Und wir laden Sie herzlich ein, mitzumachen und einmal auszuprobieren, wie sich Einmischen anfühlt. Im Prinzip ist unser „Treffpunkt: Austausch!“ genau das Konzept, wie wir uns die Arbeit in der Gemeindevertretung vorstellen: offen, gemeinschaftlich und für alle willkommen.
Nächster Treffpunkt: 7. Mai 2026 um 19:30 Uhr im Café „BiblioTeek“ in Schaafheim
Schreiben Sie uns gern Feedback unter: info@gruene-schaafheim.de
Autor: Sebastian Urban für die Grünen Schaafheim
