Antrag: „Verschie­denes“: Ein kleiner Punkt mit großer Wirkung

04.08.2026

Die Grünen-Fraktion beantragt einen festen Tages­ord­nungs­punkt für den offenen Austausch in Gemein­de­ver­tre­tung und Ausschüssen.

Kommu­nal­po­litik lebt vom Gespräch. Vieles, was unsere Gemeinde bewegt, passt aber nicht in das enge Format eines förm­li­chen Antrags: eine kaputte Stra­ßen­la­terne, eine Idee für das nächste Feri­en­pro­gramm, eine Rückfrage zu einem Beschluss von vor einem halben Jahr oder die in der Nach­bar­schaft aufge­schnappte Kritik einer Bürgerin. Für solche Anliegen fehlt in Schaaf­heim bisher der passende Ort.

Deshalb haben wir als Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Antrag einge­bracht. Wir schlagen vor, den Tages­ord­nungs­punkt „Verschie­denes“ zu einem festen Bestand­teil der Sitzungen zu machen, in der Gemein­de­ver­tre­tung ebenso wie im Haupt‑, Finanz‑, Jugend- und Sozi­al­aus­schuss und im Bau‑, Umwelt‑, Verkehrs‑, Sport- und Kultur­aus­schuss. Wir schlagen vor, den Antrag in den Ausschüssen am 17. und 19. August und in der Gemein­de­ver­tre­tung am 24. August 2026 zu beraten.

Was sich dadurch ändern würde

Der Ablauf ist denkbar einfach. Am Ende der Sitzung erhält jede Fraktion Gele­gen­heit, kurz Anliegen, Fragen oder Infor­ma­tionen vorzu­tragen. Bürger­meister und Frak­tionen können direkt darauf antworten. In den Ausschüssen bleiben die Beiträge beim jewei­ligen Fachgebiet.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Kleinere Themen lassen sich klären, ohne dass dafür ein formeller Antrag oder eine schrift­liche Anfrage geschrieben, verteilt und abge­ar­beitet werden muss. Das spart Zeit – uns allen und vor allem der Verwal­tung, die für jede Anfrage einen neuen Vorgang erstellen müsste. Aus einem „Akten­zei­chen“ werden eine Frage und eine Antwort.

Kein Ort für Parteipolitik

Uns ist wichtig: „Verschie­denes“ ist ausdrück­lich keine Bühne für partei­po­li­ti­sche Ausein­an­der­set­zungen. Es geht nicht darum, wer recht hat, sondern darum, was unserer Gemeinde nützt. Die Beiträge sollen sich ausschließ­lich auf Themen beziehen, die für die Einwoh­ne­rinnen und Einwohner von Schlier­bach, Radheim, Mosbach und Schaaf­heim relevant sind.

Genau darin liegt für uns die eigent­liche Chance. Wir erleben in der Gemein­de­ver­tre­tung immer wieder, dass es über Frak­ti­ons­grenzen hinweg gute Ideen und ähnliche Beob­ach­tungen gibt. Nur fehlt oft schlicht der Moment, sie auszu­spre­chen. Ein offener Tages­ord­nungs­punkt am Ende der Sitzung schafft diesen Moment. Er lädt dazu ein, gemeinsam prag­ma­ti­sche Lösungen zu finden. Und manchmal entsteht daraus eine inter­frak­tio­nelle Initia­tive, die am Ende mehr trägt als ein Antrag einer einzelnen Fraktion.

Neu ist die Idee nicht. In etlichen Kommunen im Landkreis Darmstadt-Dieburg gehört „Verschie­denes“ seit Langem zur Tages­ord­nung, etwa in Groß-Zimmern, Dieburg und Groß-Umstadt. Dort nutzen die Frak­tionen den Punkt regel­mäßig, um nach­zu­haken und Infor­ma­tionen weiter­zu­geben. Die Erfahrung zeigt: Das funk­tio­niert, ohne dass Sitzungen ausufern.

Eine Einladung an alle Fraktionen

Dieser Antrag bringt keiner Fraktion einen Vorteil gegenüber einer anderen, er nützt allen glei­cher­maßen. Jede Fraktion kann Themen einbringen, die ihr wichtig sind.

Deshalb haben wir direkt nach der Einrei­chung alle anderen Frak­tionen ange­schrieben. Wir haben sie gebeten, sich Gedanken zu dem Antrag zu machen und uns ihre Verbes­se­rungs­vor­schläge mitzu­teilen. Uns geht es nicht darum, einen fertigen Text durch­zu­setzen. Uns geht es darum, dass am Ende ein Ergebnis steht, mit dem sich alle Gemein­de­ver­tre­te­rinnen und Gemein­de­ver­treter iden­ti­fi­zieren können. Wie genau der Ablauf aussehen könnte, wollen wir gemeinsam beraten. Über jede Anregung freuen wir uns.

Für uns ist der Antrag ein weiterer Schritt zu einer Gemein­de­ver­tre­tung, die offener, unkom­pli­zierter und näher an den Menschen arbeitet. Wir freuen uns auf die Beratung im August.

Sebastian Urban, Frak­ti­ons­vor­sit­zender BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Schaafheim

Mastodon