Programm für
die Kommu­nal­wahl
am 15. März 2026

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am 15. März 2026

Umwelt- und Klimaschutz

Prag­ma­tisch. Nach­haltig. Vor Ort.

Wir werben für eine nach­hal­tige und voraus­schau­ende Politik – mit Verant­wor­tung und Augenmaß, gemeinsam mit und für unsere Bürge­rinnen und Bürger. Wir setzen auf umsetz­bare Lösungen, die wirken und im besten Fall auch noch Geld sparen. Nach­hal­tige und zukunfts­ori­en­tierte Energie- und Umwelt­po­litik verbes­sert die Lebens­qua­lität in unserer Gemeinde.
1. Klima­schutz – im öffent­li­chen und privaten Sektor

Wir befür­worten und unter­stützen den flächen­de­ckenden Ausbau von PV-Anlagen auf Dächern gemein­de­ei­gener Gebäude ebenso, wie den Ausbau auf weiteren geeig­neten Flächen wie zum Beispiel Parkplätzen.

Um den Ausbau auf privaten Flächen voran­zu­bringen, muss die Gemeinde mit gutem Beispiel voran­gehen und ihre Erfah­rungen beim Ausbau öffent­lich teilen. Wir setzen uns dafür ein, dass öffent­liche Infor­ma­ti­ons­quellen, wie die neue Gemeinde-Website, weit­rei­chende Infor­ma­tionen bereit­stellen und mögliche Bera­tungs­an­ge­bote offen­legen. Dies soll nicht nur die Strom­pro­duk­tion aus erneu­er­baren Quellen steigern, sondern auch die Ener­gie­un­ab­hän­gig­keit unserer Gemeinde fördern.

Um dieses Ziel auch beim Thema Heizen zu fördern, unter­stützen wir den Einsatz von Wärme­pumpen sowohl in privaten Haus­halten als auch in öffent­li­chen Gebäuden, da dies zur Redu­zie­rung fossiler Brenn­stoffe beiträgt und die Ener­gie­ef­fi­zienz vor Ort verbessert.

Zudem setzen wir uns für die Förderung von Wind­energie ein, wobei der Natur- und Arten­schutz konse­quent berück­sich­tigt werden muss. Eine umwelt­ver­träg­liche Planung stellt sicher, dass der Ausbau der Windkraft im Einklang mit ökolo­gi­schen Belangen erfolgt. Wir sehen es als unsere lang­fris­tige Aufgabe, das Projekt „Windpark Bachgau“ kritisch zu beob­achten und darauf zu achten, dass gesetz­liche Vorgaben bei der Errich­tung als auch dem Recycling von Wind­kraft­an­lagen konse­quent einge­halten werden. Gesunder Wald muss beim Ausbau geschützt werden. Trans­pa­renz, Öffent­lich­keit und Bürger­be­tei­li­gung erhöht die Akzeptanz erneu­er­barer Energien. Dafür setzen wir uns auch in Zukunft weiter ein.

Klima­an­pas­sung geht uns alle an. Eine wichtige Maßnahme zum Schutz vor Stark­re­gen­er­eig­nissen und Hitze ist die Boden­ent­sie­ge­lung. Das soge­nannte „Abpflas­tern“ verbes­sert das Mikro­klima in den Orts­kernen zum Wohle aller. In der zukünf­tigen Gemein­de­pla­nung setzen wir deshalb auf die Wieder­her­stel­lung natür­li­cher Boden­struk­turen, fördern damit die Grund­was­ser­neu­bil­dung und schaffen wertvolle Lebens­räume für Flora und Fauna.

2. Umwelt­schutz – Schonung von Ressourcen

Kreis­lauf­wirt­schaft: Unsere kommunale Umwelt­po­litik setzt auf voraus­schau­ende Planung. Unser Ziel ist es, die Menge an Müll nach­haltig zu redu­zieren und die Wieder­ver­wer­tung von Wert­stoffen gezielt zu fördern. Hierzu wollen wir Tausch­börsen und Second-Hand-Angebote aktiv unter­stützen, um die Lebens­dauer von Produkten zu verlän­gern. So ermög­li­chen wir schon im Kleinen einen Übergang weg von der tradi­tio­nellen Abfall­wirt­schaft hin zu einer modernen Kreislaufwirtschaft.

Wasser­sparen: Ein wichtiges Anliegen ist der verant­wor­tungs­volle und nach­hal­tige Umgang mit der Ressource Wasser. Wir setzen uns dafür ein, dass bei allen neuen Bauvor­haben die Einrich­tung von Zisternen Voraus­set­zung einer Baufrei­gabe ist. Im öffent­li­chen Raum wollen wir prüfen, wo wasser­spa­rende Tech­no­lo­gien einge­setzt und wie diese finan­ziert werden können.

3. Natur- und Artenschutz

Der Schutz unserer natür­li­chen Lebens­grund­lagen ist für uns von zentraler Bedeutung. Wichtig dabei ist die naturnahe Gestal­tung öffent­li­cher Grün­flä­chen. Indem wir beispiels­weise gezielt Nist­plätze für Vögel schaffen, Insek­ten­ho­tels aufstellen und Fleder­maus­kästen instal­lieren, fördern wir nicht nur die Arten­viel­falt, sondern tragen auch aktiv zur Erhaltung des ökolo­gi­schen Gleich­ge­wichts bei. Diese und weitere Maßnahmen schaffen wichtige Lebens­räume für verschie­denste Tierarten, deren Bestand oft durch Urba­ni­sie­rung und intensive Land­nut­zung bedroht ist.

Wir lehnen den Einsatz von Pesti­ziden auf Gemein­de­fläche entschieden ab. Der Verzicht auf chemische Pflan­zen­schutz­mittel schützt nicht nur die Gesund­heit der Bürge­rinnen und Bürger, sondern trägt auch dazu bei, ökolo­gi­sche Vielfalt zu bewahren. Um das Bewusst­sein für diese Thematik weiter zu stärken, möchten wir eng mit der lokalen Land­wirt­schaft zusam­men­ar­beiten. Unsere Land­wir­tinnen und Landwirte arbeiten für die Versor­gung der Bevöl­ke­rung. Sie sind eine wichtige Säule unserer gemeind­li­chen Wirt­schaft. Die Einfüh­rung eines „Runden Tisches Land­wirt­schaft“ soll die unter­schied­li­chen Akteure zusam­men­bringen und mehr Verständnis fürein­ander erzeugen.

Die Gemeinde Schaaf­heim ist stark von den Auswir­kungen des angren­zenden Sand­ab­baus betroffen. Finan­zi­elle Heraus­for­de­rungen durch die verstärkte Belastung unserer Infra­struktur und Beein­träch­ti­gungen von natür­li­chem Lebens­raum sind nur ein Teil der Folgen auf unser Leben. Durch die konse­quente ökolo­gi­sche Aufwer­tung von noch nicht genutzten Sand­vor­be­halts­flä­chen haben wir die Möglich­keit, Lebens­raum für Mensch und Tier zu erhalten. Daneben muss die vertrag­lich verein­barte Rena­tu­rie­rung von Sand­ab­bau­ge­bieten konse­quent einge­for­dert werden. Dafür werden wir uns weiterhin starkmachen.

Ein sinn­volles Wald- und Biotop­ma­nage­ment gehört ebenfalls zu unseren Anliegen. Biotop­ver­net­zung und der Erhalt von gesunden, klima­an­ge­passten Baumarten muss ein Ziel der zukünf­tigen Umwelt­po­litik in unserer Gemeinde sein. Der Um- und Wieder­aufbau unserer Wälder zu natur­nahen, arten­rei­chen Misch­wäl­dern sollte Priorität haben. Durch die erhöhte Vielfalt an Baumarten ist der Wald besser gegen die Folgen der Klima­ver­än­de­rung und zuneh­mende Trocken­jahre gewappnet. Dabei sollen sowohl geeignete Natur­ver­jün­gung genutzt als auch gezielt baum­ar­ten­reiche Pflan­zungen vorge­nommen werden, um lang­fristig stabile und klima­re­si­li­ente Wälder zu schaffen.

Durch die Einrich­tung und den Erhalt von Natur­lehr­pfaden können wir das Bewusst­sein für die Bedeutung des Waldes als Erho­lungs­raum, Klima­re­gu­lator und Lebens­raum für zahl­reiche Tier- und Pflan­zen­arten besonders bei Kindern weiter stärken und schaffen damit attrak­tive Naherho­lungs­mög­lich­keiten in unserer Umgebung.

4. Klima­an­pas­sung & Schwamm­stadt („Schwamm­ge­meinde“) –
Wasser als Ressource

Der Klima­wandel macht auch vor kleineren Gemeinden nicht halt: Hitze­pe­ri­oden, Stark­re­gen­er­eig­nisse und schwan­kende Grund­was­ser­stände stellen unsere Infra­struktur, unsere Land­wirt­schaft und unsere Nach­bar­schaften vor wachsende Heraus­for­de­rungen. Um unsere Gemeinde wider­stands­fä­higer zu machen, wollen wir das Schwamm­stadt­kon­zept als inte­gralen Bestand­teil unserer lokalen Klima­an­pas­sungs­stra­tegie verankern.

Das Schwamm­stadt­kon­zept setzt an einem einfachen, aber wirkungs­vollen Grundsatz an: Regen­wasser nicht als Abfall, sondern als wertvolle Ressource zu begreifen und lokal zu bewahren, statt es möglichst schnell und blind über die Kana­li­sa­tion abzu­leiten. Unsere Ziele und Maßnahmen:

  • Regel­mäßig Nieder­schlag auffangen und speichern – z. B. durch dezentral angelegte Versi­cke­rungs­flä­chen, Reten­ti­ons­räume, Zisternen und Mulden, wo Wasser direkt in den Boden gelangen kann und so Stark­regen spürbar entschärft wird.
  • Grün­dä­cher, Baum­sub­strate und begrünte Frei­flä­chen fördern lokale Verduns­tung und tragen zur Hitze­ent­las­tung in Sied­lungs­be­rei­chen bei.
  • Private und öffent­liche Grund­stücke als Teil der Lösung nutzen – auch auf Schul­höfen, in Parks und in Gärten: Kleine Maßnahmen wie Regen­was­ser­nut­zung, Pflanz­flä­chen statt Beton und naturnahe Bepflan­zung helfen, das lokale Wasser­haus­halts­gleich­ge­wicht zu stärken.
  • Beratung und Unter­stüt­zung für Bür­ge­rinnen und Bürger: Wir möchten Infos, Workshops und Muster­lö­sungen anbieten, wie Regen­wasser im eigenen Umfeld effektiv gesammelt, genutzt und versi­ckert werden kann – auch als Beitrag zur Eigen­vor­sorge in Stark­regen- und Dürrezeiten.
  • Klima­an­pas­sung in alle Planungen einbe­ziehen: Kommunale Bauleit­pla­nung, Frei­flä­chen­ge­stal­tung und öffent­liche Infra­struk­tur­pro­jekte sollen künftig syste­ma­tisch auf Klima­folgen geprüft und so resi­li­enter gestaltet werden.

Mit diesen Ansätzen wollen wir dazu beitragen, dass Schaaf­heim nicht nur weniger anfällig für Wetter­ex­treme ist, sondern gleich­zeitig ein grüneres, kühleres und lebens­wertes Lebens­um­feld für alle Orte und Gene­ra­tionen bleibt.

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