Reden wir über Ihr Geld

20.10.2026

Wissen Sie eigent­lich, womit sich Gemein­de­ver­tre­te­rinnen und Gemein­de­ver­treter gerade beschäf­tigen? Der Haus­halts­plan­ent­wurf für 2027 liegt auf dem Tisch. Und es sieht nicht wirklich gut aus. Auf uns alle kommen höhere Belas­tungen zu, um die vielen Pflicht­auf­gaben und frei­wil­ligen Leis­tungen der Gemeinde weiter finan­zieren zu können.

Fast doppelt so viel Grundsteuer

Größter Knack­punkt für uns alle wird die Erhöhung der Grund­steuer B. Sie betrifft sowohl Eigen­tümer von Häusern und Grund­stü­cken als auch Miete­rinnen und Mieter. Die Gemeinde schlägt vor, den Grund­steu­er­he­be­satz von 383 auf 750 Prozent zu erhöhen und folgt damit der Empfeh­lung der Kommu­nal­auf­sicht. Das entspricht einer Erhöhung um 96 Prozent. Wenn Sie aktuell beispiels­weise 400 Euro Grund­steuer im Jahr zahlen, werden Sie zukünftig mit etwa 783 Euro zur Kasse gebeten. Hier ist das Ende jedoch noch nicht erreicht, denn um den Haus­halts­plan von der zustän­digen Behörde genehmigt zu bekommen, sind bereits weitere Erhö­hungen auf 800 und 900 Prozent in den kommenden Jahren einge­plant. In anderen Kommunen werden bereits Hebesätze von über 1000 Prozent­punkten aufge­rufen; man kann also gut sehen, wo die Reise hingeht, wenn Bund und Land die Kommunen nicht endlich auskömm­lich finan­zieren. Denn viele Leis­tungen, zu denen Kommunen verpflichtet sind, werden vom Gesetz­geber beauf­tragt, aber nicht ausrei­chend bezahlt.

Wir haben uns Gedanken gemacht und schlagen drei konkrete Maßnahmen vor. Sie sollen die Lasten breiter verteilen, Chancen für die lang­fris­tige Entwick­lung unserer Gemeinde nutzen und die Bürge­rinnen und Bürger an der Gestal­tung ihrer Zukunft beteiligen.

1. Lasten fairer verteilen

Damit die Erhöhung nicht einseitig die privaten Haushalte trifft, schlagen wir vor, den Hebesatz der Gewer­be­steuer etwas stärker anzuheben. Dann muss die Grund­steuer B weniger stark steigen. Kleine Betriebe spüren davon in der Regel kaum etwas, weil sie die Gewer­be­steuer neben einem Frei­be­trag mit ihrer Einkom­men­steuer verrechnen können. Das Gewer­be­steuer-Niveau läge dann immer noch gleichauf mit dem der Nachbargemeinden.

2. Sinnvolle Vorausplanung

Unsere zweite Maßnahme setzt auf kluge Planung. Um lang­fristig mehr Wohnraum zu schaffen, soll der Gemein­de­vor­stand prüfen, ob man eine Grund­steuer C für baureife, aber unbebaute Grund­stücke im Gemein­de­ge­biet einführen kann. Nach dem Prinzip „Innen­ent­wick­lung vor Außen­ent­wick­lung“ sollen so brach­lie­gende Grund­stücke iden­ti­fi­ziert und mit einem höheren Hebesatz belegt werden, um Boden­spe­ku­la­tionen zu unter­binden und Wohn­raum­ent­wick­lung zu fördern, ohne immer neue Wohn­ge­biete ausweisen zu müssen. Zunächst soll geprüft werden, wie viele Grund­stücke es in den Gemein­de­teilen überhaupt gibt und welche Erfah­rungen andere Kommunen in unserem Landkreis mit der Erhebung dieser Steuer bereits gemacht haben. In Zeiten wie diesen, sollten nach unserer Auffas­sung alle vorlie­genden Möglich­keiten ergeb­nis­offen geprüft werden.

3. „Gemeinsam Schaaf­heim gestalten“

Dieses Motto leitet unsere poli­ti­sche Arbeit. Darauf basiert unser dritter Vorschlag. Wir wollen Fachleute aus Gewerbe, Handwerk, Vereinen, Land­wirt­schaft und sozialen Einrich­tungen mit Politik und Verwal­tung zusam­men­bringen. Unter dem Namen „Werkstatt Schaaf­heim“ soll eine Kommis­sion Vorschläge für Förder­mittel, Einspa­rungen und Zusam­men­ar­beit mit anderen Kommunen erar­beiten. Gemeinsam und ohne poli­ti­sche Einfär­bung. Erstes Ziel soll sein, ausrei­chend finan­zi­ellen Spielraum zu schaffen, damit die für 2028 geplante Erhöhung der Grund­steuer entfallen kann. Jeder Euro, der auf diesem Weg gewonnen wird, entlastet alle Haushalte in unserer Gemeinde.

Den voll­stän­digen Wortlaut unserer Anträge finden Sie auf unserer Website www.gruene-schaafheim.de. Sie werden in der Woche vom 9. November in den Ausschüssen beraten. Am 16. November entscheidet dann die Gemein­de­ver­tre­tung über den Haus­halts­plan 2027. Alle Sitzungen sind öffent­lich und wir laden Sie ganz herzlich ein, dabei zu sein. Fragen und Anre­gungen schreiben Sie gern an uns direkt: info@gruene-schaafheim.de.

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