Wie die Ener­gie­wende Geld in der Gemeinde hält

13.06.2026 | Aktuell, Ortsverband, Treffpunkt

Beim „Treff­punkt: Austausch!“ der Schaaf­heimer Grünen drehte sich vieles um erneu­er­bare Energien – aber längst nicht nur darum.

Einmal im Monat laden wir Grünen in Schaaf­heim zum „Treff­punkt: Austausch!“ ein. Der Name ist Programm: Es geht um Begegnung, ums Zuhören und um die Themen, die den Menschen bei uns in der Gemeinde unter den Nägeln brennen. Am Donnerstag war es wieder so weit, und wir hatten einiges vorbereitet.

Neuig­keiten aus der Gemeindevertretung

Den Auftakt machte unser Bericht aus der Gemein­de­ver­tre­tung. Hier haben wir die Sitzung aus Sicht der Zuschauer disku­tiert und was in den kommenden Monaten politisch in Schaaf­heim zu erwarten ist. Danach durfte die Runde selbst mitent­scheiden, welches Thema beim nächsten Treff­punkt im Juli im Mittel­punkt stehen soll. Zusammen mit unseren Gästen haben wir uns für das Thema „Grüne wetzen die Messer“ entschieden. Hinter dem lustigen Titel steht ein Abend rund um das Thema „Messer schärfen“. Da der Sommer in der Regel recht arm an poli­ti­schen Themen ist, haben wir unseren lang­jäh­rigen Unter­stützer Rainer Schimpf gebeten, für uns einen Abend zum Thema Messer zu gestalten. Er wird verschie­dene Arten von Messern vorstellen, Beson­der­heiten erklären und Fragen beant­worten. Im Anschluss haben Sie die Möglich­keit, Ihr eigenes Lieb­lings­messer schärfen zu lassen. Alle Infor­ma­tionen zu dieser kommenden Veran­stal­tung finden Sie in Kürze auf unserer Website und auf den Sozialen Kanälen. Im offenen Teil brachten die Gäste anschlie­ßend ihre eigenen Anliegen ein. Genau dafür ist das Format gedacht. Und es war wieder reichlich Gesprächs­stoff vorhanden.

Wert­schöp­fungs­mög­lich­keiten für die Gemeinde

Schwer­punkt des Abends war die regionale Wert­schöp­fung durch erneu­er­bare Energien. Grundlage unserer Präsen­ta­tion war eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevöl­ke­rung und Entwick­lung, des Instituts für ökolo­gi­sche Wirt­schafts­for­schung (IÖW) und der IW Consult im Auftrag des Bundes­wirt­schafts­mi­nis­te­riums. Wir haben uns die Zeit genommen, für unsere Gemeinde relevante Infor­ma­tionen heraus­zu­ar­beiten. Die Kern­bot­schaft der Studie passt gut zu dem, was wir Grünen seit Langem betonen: Wind- und Solar­energie sind nicht nur Klima­schutz, sondern eine handfeste wirt­schaft­liche Chance, gerade für „ländliche“ Gemeinden wie unsere.

Die Zahlen aus der Studie des IÖW können sich sehen lassen. 2023 haben Wind- und Solar­energie bundes­weit rund 10 Milli­arden Euro Wert­schöp­fung und etwa 51.000 Voll­zeit­ar­beits­plätze erzeugt; gut die Hälfte davon blieb direkt in den Stand­ort­re­gionen. Erreicht Deutsch­land seine Ausbau­ziele, könnten sich allein die kommu­nalen Einnahmen bis 2033 von 5,5 auf 12,4 Milli­arden Euro im Jahr mehr als verdop­peln. Greifbar wird das im kleinen Maßstab: Eine einzige Wind­ener­gie­an­lage der 5,5‑Megawatt-Klasse bringt es im laufenden Betrieb auf rund 254.700 Euro Wert­schöp­fung pro Jahr, verteilt auf Betrei­ber­ge­winne, Pacht, lokales Handwerk und kommunale Einnahmen nach § 6 EEG.

Was heißt das für Schaaf­heim und die Ortsteile? Es kommt darauf an, was wir daraus machen. Pacht­ein­nahmen aus kommu­nalen Flächen, die Betei­li­gung von Bürge­rinnen und Bürgern über Ener­gie­ge­nos­sen­schaften und das konse­quente Ausschöpfen der gesetz­lich möglichen finan­zi­ellen Betei­li­gung sind die Stell­schrauben, mit denen die Wert­schöp­fung vor Ort bleibt, statt abzu­fließen. Zusätz­lich tun wir etwas für den Klima­schutz, indem wir dabei helfen, Deutsch­land unab­hän­giger von fossilen Rohstoffen zur Ener­gie­er­zeu­gung zu machen. Photo­vol­taik und Wind­kraft­an­lagen bringen gewaltige Stand­ort­vor­teile für unsere Region. Wenn Sie an den Inhalten der Studie genauer inter­es­siert sind, haben Sie die Möglich­keit, selbst nach­zu­lesen und auch nach­zu­schauen. Alle rele­vanten Links haben wir auf unserer Website bereitgestellt.

Repa­rieren statt wegwerfen

Zum Abschluss des Treff­punkts berich­tete unser Mitglied Harald Holzemer von seinen Plänen, in Schaaf­heim ein „Repair­café“ zu eröffnen. Zusammen mit Frei­wil­ligen, die sich mit unter­schied­li­chen Fertig­keiten an den regel­mä­ßigen Aktionen betei­ligen können, soll ein Ort der Begegnung und des Mitein­an­ders entstehen, wo jede und jeder die Möglich­keit bekommt, sich selbst zu helfen oder Hilfe bei der Reparatur von Dingen zu bekommen. Wenn Sie Interesse haben, sich bei der Entwick­lung eines Repair­cafés zu betei­ligen, etwas zum Gelingen beitragen können, melden Sie sich gern bei uns. Wir werden Ihre Nachricht direkt weiterleiten.

Uns hat der Abend wieder gezeigt, wie viel in solchen Gesprä­chen steckt und was man alles noch dazu­lernen kann. Der nächste „Treff­punkt: Austausch!“ findet am 2. Juli 2026 statt. Sie sind wie jeden Monat ganz herzlich einge­laden, dabei zu sein. Über Rück­mel­dungen, Fragen und neue Themen freuen wir uns jederzeit.

Nadine Urban und Ralf Schmidt – Co-Vorsit­zende des Orts­ver­bandes Grüne Schaafheim

Feedback: treffpunkt@gruene-schaafheim.de

Wichtige Links zum Nachlesen, ‑schauen und ‑hören:

Link zur Studie des IÖW
Link zu den Folien des Vortrags von Sven Giegold
Link zum Youtube-Mitschnitt des Vortrags zur Studie
Link zum Podcast (auch viele weitere Themen)

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